Bergrettung Vorderes Stubai
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Wussten Sie, dass...

- die Bergrettung Vorderes Stubai  
  seit 1938 besteht,

- derzeit 49 Mitglieder und 
  6 Anwärter hat,

- das Einsatzgebiet Fulpmes, 
  Telfes, Mieders, Schönberg 
  und Teile von Kreith umfasst.


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Chronik Bergrettung Vorderes Stubai
Österreichischer Bergrettungsdienst
Ortsstelle Vorderes Stubai
 
Die Bergrettungsortsstelle Fulpmes wurde im Jahr 1938 vom Bergführer Vinzenz Bacher gegründet. Die Bergrettung war in dieser Zeit im Alpenverein organisiert. Durch den Krieg mussten die meisten Bergretter in den Fronteinsatz, dadurch wurden damals die Bergrettungsseinsätze teilweise von der Hochgebirgsschule Fulpmes, der Deutschen Wehrmacht, bis zum Kriegsende durchgeführt.
 
1947 wurde der Österreichische Bergrettungsdienst als selbstständiger Verein gegründet.
Vinzenz Bacher übergab 1947 die Führung der Ortsstelle an Ernst Gleinser, Schmiedemeister in Fulpmes. Im Jahr 1959 erhielt die Ortsgruppe zunächst einen eigenen Raum im ehemaligen Gebäude der Nagelschmiedegenossenschaft, heutige Raiba Fulpmes.
Die ersten Mitglieder der Ortsstelle waren: Walter Mayer, Hubert und Friedl Hutter, Friedl Sterzinger, Otto Vallazza, Müller Hermann, Ernst Gleinser, Josef Lacher, Pepi Kiechl und Otto Prantner.
Als die Gemeinde 1961 – 1963 das Rotkreuzheim erbaute, ergatterte die Landesstelle des Roten Kreuzes in Innsbruck vom Abbruch des „Hotel-Kreith“ 40.000 Ziegel, die nach Fulpmes gebracht und von den Mitgliedern der Ortsstelle vom alten Mörtel gesäubert wurden. Diese Arbeiten konnten nur nach Feierabend und Sonntags verrichtet werden und nahmen ein dreiviertel Jahr in Anspruch.
Die Ortsstelle Fulpmes bekam in diesem Gebäude eine fixe Bleibe mit einem Schulungsraum, einem Geräteraum und einer Garage. Der Einsatz für das Bergrettungsheim schweißte die Mannschaft so richtig zusammen.
Als Mitte der fünfziger Jahren der Freizeitsport wieder einen Aufschwung erhielt, war es schon notwendig in den Wintersportmonaten, an den Wochenenden auf der Schlickeralm einen permanenten Rettungsdienst zu installieren. Bei schönem Wetter waren oft eine Kolonne von Tourengehern aus Innsbruck vom Bahnhof Telfes bis Plöven zu beobachten, mit dem Ziel -Sennjoch oder Burgstall.
Wenn ein Unfall auf der Schlickeralm gemeldet wurde, ging es los mit Steigfellen, Kraxe und den einfachsten Rettungsgeräten am Rücken. Der Aufstieg war nicht ganz einfach, da er oft 2 – 3 Stunden in Anspruch nahm und manchmal bis in die Nacht andauerte. Der Abtransport von der Schlickeralm nach Fulpmes erfolgte meistens mit dem Schlitten.
1959 wurde der Fronebenlift und 1962 der Galtalmlift gebaut. Dies bewirkte auch einen touristischen Aufschwung.
Mit dem Bau des Sennjochliftes 1968 erreichte der Wintertourismus einen Höhepunkt und somit war auch eine Reformierung der Ortsstelle notwendig. Es mussten neue Rettungsgeräte und Funkgeräte besorgt werden und auch die Erweiterung des Funknetzes war von Nöten.
In der Bergstation am Sennjoch bekam die Ortsstelle einen Raum für die Einsatzzentrale, wo seit der Saison 1968/69 in den Wintermonaten an den Wochenenden und Feiertagen 3 – 4 Mann ihren Dienst verrichten.
Für die Aufnahme als Bergrettungsmitglied musste mindestens ein einwöchiger Bergrettungskurs absolviert werden.
 
Nach 25 Jahren Ortsstellenleitertätigkeit übergab Ernst Gleinser 1974 an Rudi Mayr, Tischlermeister in Fulpmes die Leitung der Ortsstelle. Ende der Sechziger Jahre kamen aus der Alpenvereinsjugend junge, leistungsfähige Bergsteiger und Kletterer zur Ortsstelle, Rudi war einer von ihnen. Er verunglückte beim Klettern im Jahre 1976 mit seinem Freund Rudi Schiestl in der Civetta (Südtirol) tödlich.
 
Von 1976 bis 1982 übernahm Ernst Gleinser erneut die Leitung der Ortsstelle.
Das Einsatzgebiet der Ortsstelle Fulpmes wurde nun genau festgelegt und umfasst bis heute die Gemeindegebiete Fulpmes, Telfes, Mieders und Schönberg, sowie einen Teil von Kreith. Der Schwerpunkt des Einsatzgebietes bildet im Winter und im Sommer die Schlickerseite der Kalkkögel. Die Bergrettung betreut das Schi- und Wanderzentrum Schlick 2000 mit Pistendienst, Seilbahnbergungen, Paragleiterunfällen, Mountainbikeunfällen, Kletter- und Wanderunfällen. Weiters ist unsere Ortsstelle auch bei den Serlesbahnen Mieders bei Gondelbergungen, Mountainbike- und Wanderunfällen im Einsatz. Die Aufgaben der Bergrettung sind es, eine fachkundige und schnelle Hilfe zu bieten.
 
1982 wurde Josef Pircher, Fachlehrer an der HTL – Fulpmes, mit der Führung der Ortsstelle betraut. Schon in seiner ersten Amtsperiode hat Josef bewiesen, welch große Führungsqualitäten in ihm stecken. So hat er zwei Gruppierungen wieder zusammen geführt und ein gemeinsames Miteinander bewirkt. Mit Geradlinigkeit und Ehrlichkeit hat er bewiesen, dass nur so eine gute Zusammenarbeit und Freundschaft zustande kommen kann.
In seine Amtszeit fällt auch die Modernisierung der Ortsstelle. So auch die Umsiedlung vom Rotkreuzheim ins Wohn- und Pflegeheim.
1987 wurde das im Jahr 1980 gebraucht gekaufte Einsatzfahrzeug durch ein neues ersetzt.
Anmerkung zum alten Fahrzeug: Das alte Einsatzfahrzeug konnte nur einsatztauglich gehalten werden durch laufende und unzählige Reparaturstunden unserer Fahrer Friedl Suitner und Karl Knaus. Ihnen gebührt ein herzliches „Vergelt´s Gott“ .
Die Gemeinde Fulpmes stellte unserer Ortsstelle im Wohn- und Pflegeheim im Erdgeschoss einen Schulungsraum, einen Geräteraum und eine Garage zur Verfügung. So konnten im Schulungsraum, der gleichzeitig auch die Einsatzzentrale war, eine neue Funkanlage mit Telefon, sowie im Geräteraum die neuen Geräte und Ausrüstungen deponiert werden.
 Der Kauf des neuen Einsatzfahrzeuges war nur möglich, durch eine intensive Sammelaktion von unseren Mitgliedern bei Gönnern unserer Gemeinde und durch die großzügige Unterstützung der Gemeinde Fulpmes. Durch die vielen Anschaffungen ist das Geld in unserer Ortsstellenkasse knapp geworden.
Um die finanzielle Lage zu verbessern, machte Josef Pircher Filmvorführungen mit den alten Filmen und einen 18mm Projektor, geliehen von der Landesfilmstelle, im Gemeindezentrum und in den Hotels. Nach bereits einem Jahr waren der Projektor und die Filme nicht mehr brauchbar. Josef Pircher und sein Team gaben aber trotz allem nicht auf. Die Mitglieder filmten mit einer 8mm Kamera, mit dem Titel „Wunderbares-Wanderbares Stubaital“ und zeigten die Aufgaben der Bergrettung im Sommer sowie im Winter. Bei der Fertigstellung stand uns der Direktor des Schülerheims Don Bosco – Max Kotzbek – zur Seite. Gemeinsam wurden die Filme geschnitten, in Wien die Tonspuren angefertigt und im Schülerheim die Texte zusammengestellt und vertont. Um die 8mm Filme vorführen zu können, musste auch noch ein neuer Projektor gekauft werden. Diese Filme wurden einige Jahre lang Einheimischen und Gästen, später aber nur mehr unseren Gästen unter meist großer Beteiligung vorgeführt.
Josef Pircher war stets bemüht seine Arbeit als Ortstellenleiter so gut wie möglich zu machen und deshalb sei erwähnt, dass er sich in all den Jahren in der Saisonszeit an den Wochenenden nie weit weg von seinem Haus gewagt hat um ja keine Einsatzmeldung zu versäumen. Nach 9 Jahren unermüdlicher Tätigkeit legte Josef Pircher aus privaten Gründen 1991 sein Amt zurück.
 
1992 übernahm Klaus Fischlechner, Maschinenbauingenieur aus Fulpmes, die Leitung der Ortsstelle Fulpmes. In seiner Amtsperiode bemühte er sich um die Förderung der Nachwuchsarbeit und die Anschaffung von Ausrüstung und Rettungsgeräten.
Klaus Fischlechner und Josef Pircher hatten schon vor einigen Jahren einen Prototyp-Gleitschlitten zur Seilbahnbergung, als erste Ortsstelle der Bergrettung Tirol, entwickelt.
Als 1994 der Doppelsessellift von Froneben auf das Kreuzjoch abgetragen und durch eine moderne Gondelbahn ersetzt wurde, wurden wir von der Schlick 2000 beauftragt, die Bergung der Personen aus den Gondeln und den Abtransport bis ins Tal zu übernehmen. Dies war eine sehr große Herausforderung und Verantwortung für unsere Ortsstelle. Klaus Fischlechner entwickelte mit seinem Ausbildungsteam behelfsmäßige Bergegeräte sowie einen Bergeplan für die Seilbahnbergung. Die Bergegeräte, sowie der Bergeplan wurden vom Verkehrsministerium für gut befunden und bestätigt. Durch die neuen Aufgabenbereiche waren auch wieder umfangreiche und spezifische Schulungen und Übungen notwendig. Klaus Fischlechner wurde auch aufgrund seiner fachlichen Voraussetzungen in die Gerätekommission unserer Landesleitung bestellt. Nach umsichtiger Tätigkeit legte Klaus die Leitung der Ortsstelle aus privaten Gründen 1999 zurück.
 
Ab dem Jahr 2000 wurde Herbert Volderauer, Maschinenschlosser aus Fulpmes, mit der Führung der Ortsstelle betraut. In dieser Zeit wurde die Nachwuchsarbeit stark forciert. Zahlreiche junge Bergrettungsmitglieder absolvierten ihre Ausbildung in Form eines Sommer– und Winterkurses und vielen gezielten Übungen in der Ortsstelle.
Herbert Volderauer wurde nach zwei Jahren Ortstellenleitertätigkeit in den Ausschuss der Landesleitung berufen und nahm dort an speziellen Kursen teil. Auf die Nachrüstung von neuer Bekleidung und Geräten legte er besonders großen Wert.
2006 war eine umfangreiche Erweiterung des Wohn- und Pflegeheimes des Vorderen Stubais notwendig. Da unsere Räumlichkeiten in die Erweiterungen miteinbezogen waren, musste eine neue Bleibe gefunden werden. Nach zahlreichen Verhandlungen mit der Gemeinde wurde uns das ehemalige Feuerwehrhaus in Medraz zur Verfügung gestellt. An diesem Haus waren einige Umbauarbeiten notwendig.
2007 übersiedelte die Ortsstelle nach Medraz. Aufgrund von persönlichen Differenzen mit der Gemeinde Fulpmes, legte Herbert Volderauer, 2008 frühzeitig sein Amt nieder.
 
Thomas Schöpf  übernahm ab diesem Zeitpunkt die Leitung der Ortsstelle und ist seit dort in seinem Amt tätig.
Seine erste Aufgabe war die Organisation für die Fertigstellung des Ortsstellengebäudes. Dies gelang durch großartige Zusammenarbeit aller Mitglieder unserer Ortsstelle. So sind wir alle stolz, dass unser neues Heim ein kleines „Schmuckkastel“ in Medraz geworden ist und noch im Herbst 2008 eingeweiht werden konnte.
 
Im Jahr 2010 wurde die Ortsstelle Fulpmes in „Bergrettung Vorderes Stubai“ umbenannt.
 
 
Darstellung von Hermann Volderauer, November 2010
 
 
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